In article <8c47861d.0411011219.16079423@posting.google.com>,
flop@tfh-berlin.de (Florian Toulouse) writes:
|> Hallo Georg,
|>
|> acher@in.tum.de (Georg Acher) wrote :
|>
|> > Per Unterabtastung kann man implizit gleich runtermischen
("sinnvolle"
|> > Ausnutzung
|> > des Aliasings). Inzwischen ziemlich üblich in vielen
HF/DSP-Anwendungen.
|>
|> Hallo Georg,
|> meines Wissens nach ist diese Art zu demodulieren nur für
|> Bandpasssignale sinnvoll. Dann wäre aber kein Aliasing im Spiel.
Die
|> tatsächliche Abtastrate liegt eben nur knapp über 2*Bandbreite,
wenn
|> man eine Abtastung ohne Bandvertauschung erreichen möchte.
|> Ein Aliasing kann doch eigentlich in keinem Fall sinnvoll sein, es sei
|> denn die verzerrten Frequenzen lägen völlig ausserhalb des
|> interessanten Bereichs.
Was soll verzerrt sein? Grübel...
Ok, Begriffsklärung ;-) Aliasing ist der (Schmutz)Effekt, dass
Frequenzanteile
>0.5*fs in den Bereich 0-0.5*fs gelegt werden, also eine Art
Modulo-Operation auf
das Spektrum... Abhängig vom Bereich, in dem das Eingangsignal liegt, wird
dabei
das Eingangsspektrum gespiegelt (n*0.5*fs<f in<n*fs) oder
"normal"
(n*fs<fin<1.5*fs) in das Ausgangsspektrum gelegt. Wenn der ADC einen
ausreichend
schnellen Sample/Hold-Eingang hat, wird dabei die Amplitude des Signals nicht
verändert, ebensowenig das Spektrum selbst (abgesehen von der Spiegelung).
Normalerweise will man das eben nicht haben, beschränkt also das
Eingangssignal
auf 0-0.5*fs.
Wenn man den Aliasing-Effekt aber ausnutzt, kann man damit halbwegs problemlos
mit einem "lahmen" ADC zB. mit fs=5MHz eine Zwischenfrequenz bei
39+-1MHz
implizit auf 1+-1MHz (mit gespiegeltem Spektrum) runtermischen. Natürlich
ist
die vom ADC kommende Bandbreite der Daten nur 2.5MHz, der Inhalt ist aber
trotzdem der von 38-40MHz. Und das gespiegelte Spektrum kann man digital auch
wieder hinbiegen (wenns überhaupt stört...).
--
Georg Acher, acher@in.tum.de
http://wwwbode.in.tum.de/~acher
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