Makus Gr0n0tte schrieb:
> Das ist nicht logisch. Zwischen Kopf und Platte kommt das Öl erst,
wenn die
> Platte herausgenommen und bewegt wird. Die Luft dehnt sich ja auch wieder
> aus. Oder geht Öl eine chemische raktion mit Luft ein, sodass die
Luft
> im Öl
> verschwindet und der komplette Innenraum irgendwann mit Öl
angefüllt ist?
> Man müsste die Platte jedenfalls unbedingt so ins Ölbad legen,
dass die
> Öffnung
> unten ist. Also eine solche, welche das Loch unter der Platine verborgen
> hat am besten.
> Ist das Loch natürlich oben ist die Platte relativ schnell Schrott.
Ohne die Vorgeschichte zu kennen: Es funktioniert nicht.
Wenn die Platte läuft, erwärmt sich die Luft und wird durch das Loch
herausgedrückt. Diese Luftmenge ist weg! Beim Abkühlen zieht sie sich
wieder zusammen und das Defizit wird durch einströmendes Öl
kompensiert.
Dieser Vorgang wiederholt sich bei jedem Anfahren und Anhalten der Platte
mit immer kleineren Luftmengen bis keine Luft mehr herausgedrückt wird.
Es reichen aber kleinste Ölmengen an der falschen Stelle um die Platte
zu ruinieren. Bei den hohen Drehzahlen würden kleine Öltropfen
verwirbelt,
die sich danach als Film überall drauflegen. Zuerst mag alles anscheinend
fehlerfrei laufen, aber die Platte lebt nicht lange. Wenn man sie nie
wieder abschaltet, mag das sogar einige Zeit gutgehen...
Die funktionierenden Lösungen kapseln die Platte so, daß sie zwar im
Öl
liegt, der Druckausgleich allerdings über einen dichten Kanal mit der
Außenluft erfolgt. Einfaches Beispiel: Platte in eine Plastiktüte
stecken
und die Öffnung der Tüte nach draußen legen. Über die
Öffnung führt man
dann auch die Kabel heraus und über Umwege wieder in den Rechner hinein.
Bei anderen Lösungen legt man die Platte einfach hoch ins Gehäuse und
flutet nicht soweit.
> PS: X-Post mal nach de.sci.chemie, weil mich diese Lösung zur
> Geräuschminimierung
> ebenfalls interessiert.
Das ganze ist nicht zur Geräuschdämmung sondern zur Kühlung
gedacht.
Öl überträgt Schall deutlich besser als Luft.
Festplattengeräusche werden
intensiver an die Gehäusewände übetragen, die den Schall dann
nach außen
abgeben. Der einzige Grund, warum solche Ölrechner leise sind, liegt
darin, daß sie weder Lüfter noch Pumpen benötigen.
Alle Lösungen haben aber soviele Nachteile (Dichtigkeitsprobleme,
Transport, Komponentenaustausch, Ölwechsel etc.), daß es sich
für einen
Normalbenutzer überhaupt nicht lohnt. Es gibt inzwischen lüfterlose
Systeme im HTPC-Bereich, die solche Basteleien unnötig machen. Billig
ist keine Lösung (auch der Ölrechner nicht).
Ich hoffe, daß das weiterhilft.
gruß
stephan
--
A Thaum is the basic unit of magical strength. It has been universally
established as the amount of magic needed to create one small white
pigeon or three normal sized billiard balls.
-- (Terry Pratchett, The Light Fantastic)
> Welcher Motor klingt lauter, der eines Käfers oder der eines Golfs?
Golf 1 Diesel!
gruß
stephan
--
The vermine is a small black and white relative of the lemming, found
in the cold Hublandish regions. Its skin is rare and highly valued,
especially by the vermine itself; the selfish little bastard will do
anything rather than let go of it.
-- Discworld wildlife
(Terry Pratchett, Sourcery)
> Dürfte relativ egal sein, da Festplatten üblicherweise am
Metallrahmen
> festgeschraubt sind und das Metell die Schwingungen wahrscheinlich noch
> einmal deutlich besser überträgt, als das Öl.
Das hängt vom Gehäuse ab. In vielen Fällen ist der Innenrahmen
nur an
einzelnen Stellen mit dem Außenblech verbunden. Da werden Schwingungen
nur
begrenzt übertragen. Im Ölbad wirkt aber die gesamte Blechfläche
als
Resonator.
Da Festplatten aber im Normalfall keinen übermäßigen Lärm
verursachen, ist
das nur interessant, wenn man neben dem Rechner schlafen will, was aber
wegen des Ölgeruchs auch nicht jedermanns Sache sein dürfte 8-)
Ach ja, ganz egal, was so diverse Bastler schreiben: Pflanzenöl ist Tabu!
Pflanzenöl zersetzt sich mit der Zeit. Das hat zwei Folgen:
1. Es stinkt
2. Es bilden sich Fettsäuren, die die Rechnerkomponenten angreifen.
Man müßte daher das Öl regelmäßig erneuern.
Es sollte schon ein ordentliches Motoröl (am besten synthetisch) sein.
Das ist bei gleichbleibender niedriger Temperatur deutlich stabiler und
die Zersetzungsprodukte sind in der Regel auch nicht aggressiv.
Ein anderes Thema ist noch die Lebensdauer des Boards. In den diversen
Artikeln steht etwas von Temperaturen im System von 40-50 Grad. Für den
Prozessor ist das bestens, das Board wird dann aber schon oberhalb seiner
Spezifikation betrieben, denn da ist normalerweise bei 40 Grad Schluß.
Bei höheren Temperaturen altern etliche Bauteile (vor allem die Elkos)
deutlich schneller, was dann dem Board einen vorzeitigen Exitus bescheren
kann. Das Öl sollte daher stets eine Temperatur von deutlich unter 40
Grad haben, was anscheinend aber nicht so einfach ist (vor allem im
Sommer).
>>> Welcher Motor klingt lauter, der eines Käfers oder der eines
Golfs?
>>
>> Golf 1 Diesel!
>
> Lauter als Käfer? Wow!
Wenn die Marder die Isolationsschicht unter der Motorhaube zerfetzt
haben, hat so etwas ziemlich genagelt.
> Allerdings: Diesel != Otto
Mag sein, und was hatte das nochmal mit unserem Problem zu tun?
Hat der Golf Wasser im Schalldämpfer, damit er leiser ist?
gruß
stephan
--
"Now weve got a truth to die for!"
"No. Men should die for lies. But the truth is too precious
to die for."
-- (Terry Pratchett, Small Gods)
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